Bienengift

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Bienengift, medizinisch Apitoxin, ist das Gift der Honigbienen, eine Mischung verschiedener saurer und basischer Sekrete. Es wird als Insektenstich mit einem Giftstachel dem Gegner eingespritzt. Eine Honigbiene kann etwa 0,1 mg Gift verspritzen. Bienengift ist sauer (pH 4,5–5,5) und hat eine gelblich-opalisierende Farbe. Mithilfe von Drahtstromfallen wird das Gift auch für medizinische Zwecke gewonnen.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Wirkung auf Menschen

Ein Bienenstich ruft eine lokale Entzündung und eine mehr oder weniger starke Schwellung hervor. Im Allgemeinen ist er recht schmerzhaft, aber trotzdem ungefährlich. Erst einige hundert Stiche können einen Menschen in Lebensgefahr bringen. Dies gilt nicht bei einem Stich im Hals- und Rachenraum, durch versehentliches Verschlucken beim Essen oder Trinken. Dabei können die Atemwege zuschwellen und es besteht akute Erstickungsgefahr! In einem solchen Fall sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden. Allerdings treten solche Fälle nicht allzu häufig auf und werden noch viel seltener tatsächlich durch Bienen verursacht. Viel wahrscheinlicher war es dann eine Wespe der Arten Deutsche Wespe oder Gemeine Wespe. Diese haben im Spätsommer und Herbst das Maximum ihrer Volksstärke und werden durch süße und saure Nahrung wie Speiseeis, Kuchen und Getränke, geradezu magisch angelockt.

Grundsätzlich sollte man die Schwellung abkühlen. Bienengift ist vergleichbar mit Schlangengift oder den Wirkstoffen der Brennnessel.

Eine besondere Gefährdung besteht bei Menschen, die an einer Insektengiftallergie leiden, hier kann selbst ein einzelner Stich sogar tödlich verlaufen. Allergologen schätzen die Häufigkeit der Insektengiftallergien auf 1% der Bevölkerung. Die allergischen Symptome treten dabei meist kurzfristig nach dem Bienenstich auf, es kann zu Hautveränderungen (Rötungen, Schwellungen, Pusteln), Kreislaufproblemen, Atemnot, Reizungen der Schleimhäute, Erbrechen und Durchfall bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen.

[bearbeiten] Bestandteile, Wirkung

Bienengift ist eine komplexe Mischung verschiedener Peptide. Hauptbestandteil ist Melittin (52%). Es wirkt entzündungshemmend (100 mal stärker als Cortison) und schützt die Zellen vor Zerstörung bei starken Entzündungen.

Apamin, ein weiterer Bienengiftbestandteil, bewirkt eine gesteigerte Cortisolproduktion in der Nebennierenrinde, ist aber auch als Nervengift bekannt. Cortisol ist ein natürlicher Entzündungshemmer.

Adolapin (2–5%) ist entzündungshemmend und hat einen schmerzstillenden Effekt, indem es die Cyclooxygenase hemmt.

Phospholipase mit 10–12% Anteil. Phospholipase ist ein Enzym, das die hydrolytische Spaltung von Phospholipiden katalysiert. Aus einem Hauptbestandteil biologischer Membranen, dem Lecithin, wird so Lysolecithin, ein starkes Detergens, welches Zellmembranen angreift. Klinisch kommt es zur Senkung des Blutdrucks und zur Abnahme der Gerinnfähigkeit des Blutes. Phospholipase führt zur Freisetzung von Arachidonsäure aus Phospholipiden. Diese vierfach ungesättigte Fettsäure ist der Ausgangsstoff der Prostaglandinsynthese. Prostaglandine steuern im Körper unter anderem Entzündungsreaktionen und die Blutgerinnung. Viele von ihnen sind stark schmerzerzeugend.

Hyaluronidase (1–3%) erweitert die Blutgefäße und ihre Durchlässigkeit und bewirkt somit eine Ausbreitung der Entzündung (engl. spreading factor).

Histamin (0,5–2%) wirkt ebenso und wird oft in der Medizin zur Rheumabehandlung eingesetzt. Dopamin und Noradrenalin (1–2%) bewirken höhere Aktivität und erhöhen den Herzschlag.

Protease-Hemmer (2%) wirken entzündungshemmend und blutstillend.

Das im Hornissengift enthaltene schmerzverstärkende Acetylcholin kommt im Bienengift nicht vor.

Alarmpheromone (4–8%) signalisieren anderen Bienen, dass eine aus ihrem Volk angegriffen wurde und sie sich für die Abwehr vorbereiten sollten. Man sollte nach dem Stich den Stachel entfernen und die Einstichstelle abwaschen.

[bearbeiten] Umgang mit Bienen zur Vermeidung von Stichen

Honigbienen reagieren auf bestimmte Gerüche vermehrt mit Stichen. So gilt es Alkohol, Rasierwässer, Parfums und starke Körpergerüche zu vermeiden wenn man als Imker an seinen Völkern arbeitet. Aber auch auf den Verzehr von Bananen sollte man vor dem Umgang mit Bienen verzichten: Bestimmte Inhaltsstoffe ähneln dem Geruch des Alarmstoffes, der beim Stich der Bienen freigesetzt wird und eigentlich dazu dient, auch andere Bienen zu alarmieren und zum Stich zu animieren.

Im Allgemeinen sind hektische Bewegungen beim Umgang mit Bienen zu vermeiden. Weitere Mittel zur Beruhigung der Bienen bei der direkten Arbeit am Bienenstock sind Wasser und Rauch, den man mit einem Smoker erzeugen kann.

[bearbeiten] Medizinische Verwendung

  • Hyposensibilisierung gegen eine Insektengiftallergie
  • Bestandteil eines Präparates gegen Rheuma, Ischias, Hexenschuss, Sportverletzungen und Kälteschäden ( Bienenmuseum Illertissen Quelle)

[bearbeiten] Quellen

Dieser Artikel oder Abschnitt enthält Teile des Artikels Bienengift aus der freien Enzyklopädie Wikipedia vom 28.12.2008. Der Inhalt unterliegt der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Bei Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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